„Möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben!“

München/Grafenau. Die Landesvertreterversammlung der bayerischen FDP am Wochenende endete für den 31-jährigen Abwassermeister Muhanad Al-Halak aus Grafenau mit einer kleinen Sensation: Er wurde auf Platz 14 der Landesliste für die Bundestagswahl im Herbst 2021 gewählt. Bei einem starken Ergebnis der Liberalen könnte der junge Stadt- und Kreisrat aus Grafenau, der als elfjähriges Kind mit seiner Familie aus dem Irak gekommen war, in das höchste Parlament der Bundesrepublik Deutschland einziehen. „Deutschland ist meine Heimat. Ich wurde hier von der Gesellschaft sehr herzlich aufgenommen und positiv geprägt. Das möchte ich gerne zurückgeben“, begründete Al-Halak seine Kandidatur im Wahlkreis Deggendorf, zu dem die Landkreise Deggendorf, Freyung-Grafenau und Teile des Landkreises Passau gehören.
Für die FDP trete er an, weil diese für Freiheit und Weltoffenheit stehe. Hautfarbe und Herkunft spielten in dieser Partei keine Rolle. Al-Halak hatte bei den Kommunalwahlen 2020 den Einzug in den Stadtrat von Grafenau und den FRG-Kreistag geschafft. Jetzt peilt er Berlin an. „Ich bin überglücklich“, kommentierte er das überraschende Ergebnis bei der Landesvertreterversammlung. Der Kandidat aus dem Bayerischen Wald setzte sich gegen sieben Mitbewerber um Platz 14 durch, zuletzt in der Stichwahl gegen Axel Schmidt, den FDP- Bezirksvorsitzenden von Oberbayern. Al-Halak bekam 200 Stimmen, Schmidt 172. Der Abwassermeister aus Grafenau ist neben der Landshuterin Nicole Bauer (Platz 7) der zweite FDP-Bundestagskandidat aus Niederbayern mit guten Erfolgschancen.
Es war die erste virtuelle Landesvertreterversammlung der bayerischen FDP. Über 400 Delegierte saßen an den Bildschirmen; Al-Halak befand sich zusammen mit allen anderen Kandidaten für einen Platz auf der Landesliste in der Tonhalle in München. Er stellte sich in einer kurzen Bewerbungsrede vor und bekam für seine Aussagen zweimal spontanen Applaus, was bei solchen Veranstaltungen völlig unüblich sei, wie es in einer Mitteilung heißt.
Mit seinem persönlichen Werdegang stehe Al-Halak für gelungene Integration und dieses Thema wolle er auch zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit machen. Ein großes Anliegen ist ihm außerdem die berufliche Bildung. − pnp